Perspektiven der Sozialdemokratie in Europa
Wohin geht die Europäische Sozialdemokratie?
Franz Voves (ehem. Landeshauptmann der Steiermark)

Teilnahme und Anmeldung
Wegen der in Hessen aktuell (Mitte Juni 2020) geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie muss die Teilnehmerzahl leider begrenzt werden. Die Teilnahme ist deshalb ausschließlich nach vorheriger Anmeldung und gegen Vorlage einer Teilnahmebestätigung möglich. Bitte schicken Sie Ihre Anmeldung mit Angabe Ihrer Kontaktdaten per Email an in-fo@forschungskolleg-humanwissenschaften.de. Eine Teilnahmebestätigung werden Sie ebenfalls per Email von uns erhalten.Ein Audiomitschnitt des Vortrages wird nach der Veranstaltung auf der Website des Forschungskol-legs Humanwissenschaften veröffentlicht werden. .
Der Referent
Franz Voves ist österreichischer Politiker. Von 2005 bis 2015 war er Landeshauptmann der Steiermark, von 2002 bis 2005 Landeshauptmann-Stellvertreter. Außerdem hatte er 2002 bis 2015 den Landesparteivorsitz der SPÖ Steiermark inne. Der ehemalige Eishockey-Nationalspieler hat ein betriebswirtschaftliches Studium an der Karl-Franzens-Universität in Graz absolviert.Der Vortrag
Nach Erläuterung der tieferen strukturellen Ursachen für die Krise der Sozialdemokratie und unter Hinweis auf die ökonomischen und kulturellen Krisen dieser Zeit, wird der Vortrag einen möglichen »neuen Weg« skizzieren, der wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts der europäischen Sozialdemokratie ein modernes politisches Konzept – eine Erzählung/ein Narrativ – und damit neue Be-griffe für die Vision einer lebenswerten »digital society« des 21. Jahrhunderts bringen soll (muss!) Der Vortrag empfiehlt die Transformation hin zu einer »sozialliberalen Partei« und die dazu erforderliche Erneuerung der europäischen Sozialdemokratie in Programmatik, Personal, Organisa-tion und Kommunikation.Die Vortragsreihe: »Perspektiven der Sozialdemokratie in Europa«
In ganz Europa verlieren die sozialdemokratischen und die demokratischen sozialistischen Parteien seit einigen Jahren auf dramatische Weise an Zustimmung bei den Wählern. Zugleich konnten in vielen Ländern neue politische Bewegungen, häufig rechtspopulistische Parteien, große Stimmengewinne erzielen. Diese Entwicklung hat in jedem Land unterschiedliche historische, kulturelle, gesellschaftliche und politische Gründe. Dennoch liegen ihr auch gemeinsame oder ähnliche Ursachen und übergreifende Trends zugrunde.Die Vortragsreihe analysiert in einer vergleichenden Perspektive die Gründe, die zu diesen Entwicklungen geführt haben. Sie wird auch der Frage nachgehen, ob insbesondere das transnationale Zusammenwirken innerhalb der Europäischen Union für die Sozialdemokratie die Chance bietet, zu einer neuen Rolle und Stärke zu gelangen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der parlamentarischen Demokratie scheint diese Frage für die anderen demokratischen Parteien und Bewegungen in Europa ebenfalls von großer Bedeutung zu sein.
Programm (jeweils mittwochs um 19:00 Uhr, im Forschungskolleg Humanwissenschaften)
| 08.07.2020 | Franz Voves, ehem. Landeshauptmann der Steiermark: »Wohin geht die Europäische Sozialdemokratie?« |
| 21.10.2020 | Sigrid Roßteutscher, Goethe-Universität: »Warum nicht alle SPD wählen (obwohl sie es könnten). Wählerentwicklung und soziale Bindungskraft der Sozialdemokratie seit 1949« |
| 04.11.2020 | Hans-Jürgen Puhle, Goethe-Universität: »Was kommt nach den ›Volksparteien‹? Zum Strukturwandel von Parteien, Öffentlichkeit und Demokratie« |
| 25.11.2020 | Wolfgang Schroeder, Universität Kassel und WZB, Berlin: »Was ist noch übrig von der alten SPD? Eine Post-Arbeiterpartei sucht ihren Platz im Parteienwettbewerb« |
| 16.12.2020 | Wolfgang Merkel, Humboldt-Universität zu Berlin und WZB, Berlin: »Varieties of Decline: Ende der Sozialdemokratie?« |
| 20.01.2021 | Gérard Grunberg, Sciences Po und CNRS, Paris: »Der Zusammenbruch des französischen Sozialismus: strukturelle und konjunkturelle Ursachen« (französisch/deutsch) |
Matthias Lutz-Bachmann
Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften, Professor für Philosophie, Goethe-Universität
Pierre Monnet
Leiter des Institut Franco-Allemand de Sciences Historiques et Sociales (IFRA), Studiendirektor an der EHESS in Paris, Professor für Mittelalterliche Geschichte, Goethe-Universität
Hans-Jürgen Puhle
Professor em. für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Analyse liberaldemokratischer Systeme und Demokratietheorie, Goethe-Universität
Termin
Mittwoch
08.07.2020
19:00 Uhr
Veranstaltungsort
Forschungskolleg Humanwissenschaften
61348 Bad Homburg vor der Höhe