Democratic Vistas Lecture Series
Forschungsschwerpunkt »Democratic Vistas«

Demokratie erfahren: Zur Ästhetik einer gefährdeten Lebensform

Till van Rahden (Université de Montréal)

 

 

Über den Vortrag
Wir sind jetzt alle Demokraten. Zugleich mehren sich – auch angesichts des Erfolgs von populistischen Parteien – die Zweifel an der Idee der Demokratie. In den gegenwärtigen Debatten über die Herausforderung des Populismus und des Autoritarismus gerät oft aus dem Blick, dass die Demokratie als Herrschaftsform spezifische Lebensformen voraussetzt. Was können die Geistes- und Kulturwissenschaften für unser Verständnis der Demokratie als einer ebenso unwahrscheinlichen wie fragilen Lebensform beitragen? Demokratisches Zusammenleben erweist sich weniger als eine Frage der Norm, denn als eine Frage der Form. So lädt der Vortrag zum Gespräch über die Bedeutung ein, die Ästhetik, Stil und Umgangsformen für die Demokratie haben. Im Zentrum steht die Frage: wenn eine spezifische Kultur eine wesentliche, obgleich schwer fassbare Grundlage für demokratische Ordnung bildet, ist es möglich zu bestimmen, welche Formen und Stile die Demokratie fördern, erhalten und belegen?

Der Redner
Till van Rahden lehrt Europäische Geschichte an der Université de Montréal, wo er von 2006 bis 2016 den Canada Research Chair in German and European Studies innehatte. Als Fellow war in den vergangenen Jahren u.a. am Forschungskolleg Humanwissenschaften, Bad Homburg/Frankfurt, dem Leibniz Institut für Europäische Geschichte, Mainz, dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und dem Freiburg Institute for Advanced Studies. Seine Studie Jews and other Germans: Civil Society, Religious Diversity and Urban Politics in Breslau, 1860-1925 (Madison, 2008) wurde mit dem »Fraenkel Prize in Contemporary History« ausgezeichnet. Zuletzt erschienen: Demokratie. Eine gefährdete Lebensform (Frankfurt/M. 2019) und Vielheit. Jüdische Geschichte und die Ambivalenzen des Universalismus (Hamburg 2022).

Termin

Donnerstag
01.02.2024
18:15 Uhr

Veranstaltungsort

Goethe-Universität
Campus Westend
60323 Frankfurt am Main